Projektbericht für das Projektjahr 2003

Nr. 03-

670

 

Von Feld zu Feld mit TAB. Einzelne Felder können wenn nötig vergrössert werden. Der Aufbau des Schlussberichts orientiert sich am Raster für das Projektjahr 2003

1.1. Name des Projekts

Integrationshilfe für türkische Gemeinschaft in Winterthur

1.2. Trägerschaft

Gesuchstellende Organisation (mit rechtlicher Verantwortung)

Name der Trägerschaft

Türkische Gemeinschaft Winterthur (TGW)

Strasse & Nr.

Rebenweg 38

Postfach

     

PLZ

8408

Ort

Winterthur

Telefon

522220949

Telefax

     

Email

info@wtt-tgw.ch

1.3. Kontaktperson für    Rückfragen bezüglich Projektbericht und Rechnung

Anrede

aus der Dropdown-Liste auswählen

Name

Gönç

Vorname

Mesut

Strasse & Nr.

Kernstrasse 11

Postfach

     

PLZ

8406

Ort

Winterthur

Telefon

522026589

Telefax

     

Email

mgonc@swissonline.ch

1.4. Schwerpunkt

Vgl. Punkt 1.4 im elektronischen Projektgesuch

aus der Dropdown-Liste auswählen

2.         Ausgangslage

Vgl. Punkt 3 im elektronischen Projektgesuch

Der Ausgangspunkt zur Förderung der Integration der in Winterthur lebenden Türken und Türkinnen be-steht darin, dass, trotz aller Bemühungen der öffentlichen Dienste, weiterhin folgende Probleme existie-ren:

A) Kommunikationsschwierigkeiten wegen Sprachmangel:

•           Die Beobachtungen des türkischen Kulturvereins sowie die Mitteilungen dieser Personen aus erster Hand zeigen, dass viele Türken und Türkinnen in ihrer Arbeitsstelle unter sich eine geschlos-sene Gesellschaft bilden; Schwierigkeiten haben, mit anderen Nationalitäten (besonders mit schwei-zerischen Arbeitskollegen) in Kontakt zu kommen

•           Sie bevorzugen beim Einkaufen die türkischen Lebensmittelgeschäfte oder grosse Einkaufszent-ren, um vor möglichen Kommunikationssituationen auszuweichen

•           Sie bevorzugen bei der ärztlichen Untersuchung die türkischen Ärzte, weil sie wegen ihren Sprachhemmungen sich nicht trauen, einen deutschsprechenden Arzt zu besuchen oder weil die Frauen zum Beispiel wegen ihrer zu konservativen Wertvorstellungen einen türkischen Gynäkologen Vorzug geben

•           Sie trauen sich nicht an die öffentlichen Behörden zu gehen oder nehmen lieber einen Freund/eine Freundin mit, der/die besser Deutsch sprechen kann als sie.

•           Sie bevorzugen Gruppenaktivitäten, um ihre sprachliche und soziale Kompetenzschwächen zu unterdrücken oder in der Gruppe unaufmerksam zu bleiben

B) Das Erfordernis einer Koordination von türkischer Seite:

Es ist von Vorteil, dass die türkische Gemeinschaft eine Reihe von Info-Veranstaltungen in türkischer Sprache veranstaltet, da die Auskünfte in der Muttersprache mehr wirksam sind (plus die Motivationen der HSK-LehrerInnen zur Beteiligung), als die für sie weniger verständlichen Sprache


3.         Zielsetzungen des Projekts

Vgl. Punkt 4 im elektronischen Projektgesuch

Oberziel

Bildung und Vernetzung einer Koordinationsgruppe von Schlüsselpersonen, um die Integration der türkischen Minderheit in Winterthur zu verstärken

4.         Zielgruppen

Vgl. Punkt 5 im elektronischen Projektgesuch

geplante

Zielgruppen

Alle türkischen Bewohner der Stadt Winterthur und Umgebung

tatsächliche

Zielgruppen

Alle türkischen Bewohner der Stadt Winterthur und Umgebung+

Gemeinschaften anderer Bezirke wie Bülach, Uster, Zug und Zürich

5.         Projektaktivitäten

Vgl. Punkt 4 in der Verfügung

geplante

Projektaktivitäten

- 4 Seminare

- 48 Lektionen Deutschkurs

- 1 Aphabetisierungskurs à 24 Lektionen

- 1 Bürgerkurs à 24 Lektionen

durchgeführte Projektaktivitäten

- 16 Seminare à 2 Stunden

- 72 Lektionen Deutschkurs

- Aphabetisierungskurs à 48 Lektionen

- Projektabschlussfest

5.1. Begründung für eventuelle Änderungen

Die 24 Lektionen Bürgerkurse, die wir im Projekt wie in einer Unterrichtsform geplant hatten, haben wir neustrukturiert zu einer Infoveranstaltungsreihe. Die Zahl der Seminare also von 4 auf 16 erhöht.Alphabetisierungskurs wurde nach Bedarf 2X24 Lektionen durchgeführt.  

6.         Zeitplan

Projektdauer

geplant

01.06.2003-31.12.2004

Projektdauer

effektiv

01.06.2003-01.07.2004

6.1. Zeitplan für einzelne geplante Aktivitäten

Beginnt das Projekt nicht im Januar, können die Monate anhand der Dropdown-Liste verändert werden

Aktivität geplant

- 4 Seminare

X

X

X

X

 

 

 

 

 

 

 

 

- Deutschkurs

X

X

X

X

 

 

 

 

 

 

 

 

- Alphabetisierungskurs

X

X

X

X

 

 

 

 

 

 

 

 

- Bürgerkurs

X

X

X

X

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktivität durchgeführt

- 16 Seminare     

X

X

X

X

X

X

X

 

 

 

 

 

- Deutschkurs     

 

 

 

X

X

X

X

X

X

X

 

 

- Alphabetisierungskurs

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.2. Begründung für eventuelle zeitliche Verschiebungen

Der Deutschkurs konnte nicht früher angefangen werden, da im September viele Deutschkurse von anderen Anbietern gestratet wurden.

Der Alphabetisierungskurs wurde auf 48 Lektionen verlängert; so dauerte er bis Juni 2004

7.         Evaluation

Vgl. Punkt 8.1 und 8.2 im elektronischen Projektgesuch

7.1. „Objektive“ Aspekte

1.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Die Zahl der TeilnehmerInnen an den Veranstaltungen sind statistisch zu beobachten (Welche Themen interessieren sie besonders. Wie reagieren sie auf bestimmte Problematik etc.)

Teilnehmerlisten

Ergebnisse

Ungefähr 650 Teilnehmer besuchten die Infoveranstaltungen. So ergibt sich im Durchschnitt 40 Teilnehmer pro Seminar.

2.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Die Deutschkursteilnehmer sollen die grammatikalischen und lexikalischen Sprachkompetenzen des Deutschen erwerben

Nach dem Sprachniveautest werden die Kursbesucher in Gruppen aufgeteilt. Die monatlichen Sprachtests sollen den Erfolg messen.

Ergebnisse

erfolgreich durchgeführt

3.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Die Teilnehmer, die schwerwiegend aus Neuzuzüglern und nichtarbeitenden Frauen bestehen soll, sollen in den Wissensgebieten Geographie, Bevölkerung, Religion, (kantonales) System, Sprachen, Gesundheits- Schul- und Rechtssystem, Vereine und Vereinigungen, sprachliche und kulturelle Besonderheiten der Schweiz usw. unterrichtet werden.

- durch die Kurse (siehe wwww.wtt-tgw.ch)

- Videoaufnahmen

Ergebnisse

Die meistbesuchten themenschwerpunkte waren: a) Bildung und Schule b) das Gesundheitssystem  c) Geschichte, Geographie, Bevölkerung und Wirtschaft der Schweiz

4.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Die Schlüsselpersonen haben die Gelegenheit, ihre konkrete Erlebnisse und Erfahrungen mittels Infoveranstaltungen an die neue Generation mitzuteilen und ihnen beizustehen.

- während den Übersetzungen und Teilnahme

Ergebnisse

Die türkischen Kulturvermittler zeigten starkes Interesse an den Veranstaltungen. Durch ihre Teilnahme konnten wir die verschiedenen Vereinsmiglieder aktivieren.

5.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Deutschkurs: Wenigstens %70 der Kursteilnehmer sollten bei der Lernkontrolle gute Kenntnisse erworben haben

Lernkontrollen

Ergebnisse

Die Kursteilnehmer waren sehr strebsam. Die Zielsetzungen bei Modalverben und Perfekt sind teilweise erreicht worden.

7.2. „Subjektive“ Aspekte

1.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Diese themenorientierten Veranstaltungen sollen bei der türkischen Bevölkerung eine positive Einstellung zu ihrer Sprache und Kultur, sogleich auch zu der schweizerischen Kultur in ihrer Lebenswelt entwickeln. Sie sollen das Selbstbewusstsein und die Identität fördern.

Je mehr Teilnehmer zusammenkommen, desto mehr Kommunikationssituationen werden sie finden. Je mehr sie themenorientiert miteinander kommunizieren, desto mehr Wissens- und Erfahrungsaustausch wird stattfinden.

Ergebnisse

Nach jedem Seminar kamen die meisten im "kleinen Bistro" der Alten Kaserne zusammen und diskutierten mit betreffender Fachperson das aktuelle Thema. Das Zusammemgehörigkeitsgefühl wurde verstärkt und die Identität (zwar ein heikles Thema!) in Frage gestellt.

2.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Der Gedanke einer Koordination von MultiplikatorenInnen soll das „Wir-Bewusstsein“ stärken und damit die möglichen Selbstentfaltungen den Weg frei machen.

Teamarbeit

Ergebnisse

Einige türkische und schweizer Kulturvermittler, die mit Integration zu tun haben, haben erstmal untereinander kennengelernt. Die Gruppen- und Koordinationsarbeit im Projektteam öffnete neue Perspektiven.

3.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Deutschkurs: Die TeilnehmerInnen sollen während des Kurses ihre sozialen Kompetenz verstärken. Die TeilnehmerInnen erwerben die deutsche Sprache und Sprachhandlungsmuster ganz pragmatischem Sinne. Sich in der zweiten Sprache auszudrücken wird das  Selbstvertrauen der Kursbeteiligten erwecken und ihre Wertgefühle sowohl in der türkischen als auch in der schweizerischen Gemeinschaft erhöhen, welches ja ein positiver Schritt zur Integration ist.

Teilnahme am Unterricht

Ergebnisse

Wir gehen davonaus, dass Kursteilnehmer genügend subjektive Erfahrungen gemacht haben.

4.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

Die Bürgerkurse sind zusammen mit Deutsch- und Alphabetisierungskurse ein Bestandteil des Integrationsprozess.

Teilnahmen an den Kursen und Veranstaltungen

Ergebnisse

In allen Aktivitäten hat das Projektteam besonders unterstrichen, dass das Thema Integration ein Prozess ist; dass man von heute auf morgen nicht integriert werden kann; dass man langfristig denken und handeln muss; dass man die Sprache und kulturellen Besonderheiten der einheimischen Kultur kennen muss; und am allerwichtigsten, dass man den Willen zeigt, sich zu integrieren, zu adaptieren. Eine Kritik kam besonders von den Teilnehmern über die bisherigen Deutschkurse, die sie besucht haben. Anfängerkurs Deutsch könnte doch nicht von einer/m SprachlehrerIn unterrichtet werden, der/die kein Wort Türkisch kann. So haben wir absichtlich eine bilinguale Sprachlehrerin gewählt.

5.

Ziele

Indikatoren, Erhebungsmethoden

     

     

Ergebnisse

     

8.         Finanzierung

                Bitte Jahresrechnung mit differenzierten Angaben zu Kosten und Einnahmen beilegen.

 

9.         Würdigung des Projekts bezogen auf das vom IMES unterstützte Projekt

 

9.1. Rückblick auf das Projektjahr

Was war der grösste Erfolg im Projekt?

- Der grösste Erfolg war, dass die türkische Gemeinschaft sich wagte und Willen zeigte, mit so einem Projekt die Integration zu beschleunigen. Die Teilnahmequote an allen Aktivitäten war sehr hoch. Obwohl wir zum Beispiel fast jeden Freitagabend einen Infoabend organisierten, klagten sie nicht und waren froh, auch wieder miteinander zu sein. Die alten Kontakte wurden gepflegt, neue wurden geknüpft.

- Gelungen sehen wir besonders den Alphabetisierungskurs in der Muttersprache. Die HSK-Lehrerin teilte mit, dass der Kurs sehr aufschlussreich verlief, dass man beiderseits gefühlsvolle Erfahrungen gemacht hat. 8 von 10 Kursteilnehmern haben die Lese- und Schreibkompetenzen entwickelt. Anschliessend wurde den Teilnehmern von der türkischen Botschaft offiziell anerkannten Schein gegeben. 

9.2. Gemachte Erfahrungen

Besonders das Projektteam, welches an jedem Seminarabend anwesend war, hat vieles dazu gelernt. Nicht nur das Team, auch die Eltern und einzelne Fachpersonen drückten ihre positiven Beobachtungen aus. Man hat viel voneinander gelernt. Einzelne organisatorische Schwierigkeiten liessen sich mit solidarischer Kollektivarbeit leicht überwinden.

9.3. Ausblick auf künftige Aktivitäten

     Die Türkische Gemeinschaft Winterthur wird auch zukünftig ihre Integrationsbemühungen fortsetzen. Das Mit- und Voneinanderlernen durch solche Aktivitäten hat vielseitige soziale, psychologische und Identität stärkende Wirkungen gezeigt. Nicht nur die Perspektive der türkischen Gemeinschaft hat sich erweitert, sondern auch ihre Stellungnahme zur einheimischen Sprache und Kultur. Weitere positive Auswirkung zeigte diese Zusammenkunft in den Sprache pflegenden Handlungsmustern.

10.       Anregungen, Wünsche

 

Da Integration ein langer Prozess ist, muss man hartnäckig daran arbeiten. Die Kontinuität ist sehr wichtig. Gegen ihren Bemühungen erwartet die TGW von schweizerischer Seite ihr Entgegenkommen und Respekt und wünscht sich, dass ihre weiteren Projekte Unterstützung finden.